KOMET WHITE-ORTIZ-BOLLELI (C/1970 K1)

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GESCHICHTE DES KOMETEN WHITE-ORTIZ-BOLLELI (C/1970 K1)

Einen Artikel zur Geschichte dieses Kometen gibt es von Gary W. Kronk (englisch). Entdeckt wurde der Schweifstern am 18.05.1970 in Australien von Graeme L. White mit einem Feldstecher. Als White das Objekt am 20.05.1970 wiederfand, war es mit bloßem Auge sichtbar, hatte eine Helligkeit von etwa +1 mag und einen 10 Grad langen Schweif. Es ist daher nicht verwunderlich, dass nun eine regelrechte Entdeckungswelle losrollte. Nur die ersten 3 offiziellen Meldungen (neben White der Air France-Pilot Emilio Ortiz sowie der Astronom Carlos Bolleli vom Cerro Tololo) wurden den Regeln entsprechend bei der Namengebung berücksichtigt.
Die meisten Beobachtungen erfolgten am 24.05.1970, wobei die Schweiflänge auf 12 - 15 Grad geschätzt wurde, während die Helligkeitsangaben stark differierten. Dies mag neben der horizontnahen Position in der Dämmerung auch mit der rasanten Helligkeitsabnahme von 1970 K1 zusammenhängen. Ende Mai war er nicht mehr mit bloßem Auge sichtbar, bereits am 7. Juni erfolgte die letzte Beobachtung überhaupt. Nachfolgende Bahnberechnungen belegten, was auf Grund des überraschenden Auftauchens und der rasanten Helligkeitsabnahme von White-Ortiz-Bolleli bereits vermutet worden war: Es handelte sich um ein Mitglied der Kreutz-Sungrazer-Gruppe. Aufgrund ihrer Bahnlage sind Kometen dieser Gruppe in den Monaten Mai bis Juli von der Erde aus allenfalls dann sichtbar, wenn es sich um extrem helle Vertreter handelt. Und dann beschränkt sich die Sichtbarkeit weitgehend auf die Südhalbkugel. Einem Hinweis im Vorwort zum Juli/August 1970-Doppelheft der Zeitschrift "Sterne und Weltraum" ist allerdings zu entnehmen, dass White-Ortiz-Bolelli als "Objekt 3. Größe mit einem Schweif von 15° Länge tief über dem Westhorizont im Sternbild Orion zu sehen" war.
Aufgrund des plötzlichen Auftauchens und der kurzen Sichtbarkeitsperiode von 1970 K1 konnten - anders als ein paar Wochen vorher vorher bei Komet Bennett - keine wissenschaftlichen Untersuchungen geplant und durchgeführt werden. Man musste sich auf Positionsbestimmungen beschränken, die sich jedoch als wertvoll erweisen sollten, weil sie zu einer Ergänzung und Revision der Vorstellungen vom Aufbau der Kreutz-Sungrazer-Gruppe führten.

FOTOS ZUR ENTWICKLUNG DES KOMETEN

H. M. Maitzen, A. Moffat, & H. E. Schuster: Foto vom 23.05.1970

Gary W. Kronk: C/1970 K1 (White-Ortiz-Bolleli)

Wikipedia: Comet White-Ortiz-Bolelli (Engl.)

Wikipedia: Kreutz Sungrazers (Engl.)

Zdenek Sekanina & Paul W. Chodas : Fragmentation Origin of Major Sungrazing Comets C/1970 K1, C/1880 C1, and C/1843 D1

LITERATUR ZU KOMET WHITE-ORTIZ-BOLLELI (C/1970 K1)

- Sekanina, Zdenek & Chodas, Paul W. (2004): Fragmentation hierarchy of bright sungrazing comets and the birth and orbital evolution of the Kreutz system. I. Two-superfragment model; The Astrophysical Journal 607, 620–639. (Artikel-Download, PDF (338 kb)

- Sekanina, Zdenek & Chodas, Paul W. (2004): Fragmentation hierarchy of bright sungrazing comets and the birth and orbital evolution of the Kreutz system. II. The case for cascading fragmentation; The Astrophysical Journal 663, 657–676. (Artikel-Download, PDF (975 kb)